Ein starker Prompt im falschen Seitenverhältnis liefert dir ein starkes Bild vom falschen Motiv. SDXL-Modelle wurden auf bestimmte Bildgrößen trainiert und komponieren bei jeder davon anders. Frag bei 1:1 nach einer „full body shot" und das Modell beschneidet Kopf und Füße, damit alles ins Quadrat passt. Frag bei 832×1216 nach demselben Bild – und du bekommst die ganze Figur, komfortabel im Bild.
Im Panel Resolution entscheidest du, welche Form das Bild bekommt. Triff diese Entscheidung bewusst.
Erst das Format, dann der Prompt
Der Pro-Generator von Charmloop bringt im Panel Resolution zehn Format-Presets mit, plus eine Custom-Option. Die sind nicht willkürlich gewählt – die meisten entsprechen den Bildgrößen, auf die SDXL trainiert wurde, sodass das Modell sie nativ beherrscht. Die nützlichsten für den Alltag:
- SDXL Square (1024×1024) – universeller Standard. Porträt, Produkt, Abstraktes. Immer eine sichere Wahl.
- SDXL Portrait (896×1152) – eine Person stehend oder sitzend, Halb- bis Ganzkörper. Am vorteilhaftesten für Charakterarbeit.
- SDXL Landscape (1152×896) – Zwei-Personen-Szenen, Motiv im Raum, filmische Stills.
- SDXL Wide (1216×832) – Movie-Still-Feeling, Banner-Crops, Umgebungen, in denen die Breite die Geschichte trägt.
- SDXL Tall (832×1216) – Handy-Hintergrund, Ganzkörper im Hochformat, Fashion-Editorial.

Die Drittelregel funktioniert – und du kannst sie verlangen
Die klassische Drittelregel – das Motiv nicht in die Mitte zu setzen, sondern auf eine der gedachten Drittel-Linien – erzeugt Bilder, die lebendiger wirken. SDXL kennt diese Sprache. Sag sie einfach im Prompt.
woman with red umbrella in the rain
woman with a red umbrella standing in the rain, framed using the rule of thirds with the subject in the right third of the frame, empty street and traffic lights blurred behind, cinematic, 35mm
Der starke Prompt benennt das Kompositionsraster ausdrücklich und sagt dem Modell, wo im Bild das Motiv sitzen soll. Gerade in fotorealistischen SDXL-Checkpoints folgt das Modell dieser Anweisung meistens.
Weitere Kompositionsbegriffe, die SDXL gut versteht: centered, low-angle shot, overhead view, Dutch angle, symmetrical composition, negative space, leading lines, foreground subject, blurred background. Nutz sie.

Framing-Vokabular ist mächtiger als Zoom
Anfänger versuchen oft, das Framing über die Bildgröße zu steuern oder mit „zoomed in" / „zoomed out" zu arbeiten. Tu's nicht. Nutz die Begriffe, die Fotografen nutzen. Sie sind präzise, und das Modell hat tausende Beispiele zu jedem gesehen.
- close-up portrait – Gesicht füllt den größten Teil des Bildes, Brust noch sichtbar.
- head-and-shoulders / bust shot – Schultern dabei, Brust nicht.
- half-body – Kopf bis etwa zur Taille.
- three-quarter shot / cowboy shot – Kopf bis Mitte Oberschenkel.
- full-body – Kopf bis Füße, mit kleinem Rand.
- wide / establishing shot – Motiv ist klein in einer größeren Umgebung.

Die Objektivwahl verändert die Wirkung so stark wie das Framing
Eine Brennweite im Prompt zu nennen ist einer der wirksamsten Hebel für fotorealistische Arbeit. Jedes Objektiv hat einen eigenen Look, den das Modell kennt:
- 24mm – weit, umgebungslastig, leichte Verzerrung an den Rändern. Gut für Stadtszenen und Architektur.
- 35mm – natürlich, dokumentarisch, der klassische „Walk-around"-Look. Profitiert den meisten „Mensch in einer Szene"-Prompts.
- 50mm – neutrale Perspektive, nah am menschlichen Auge. Im Zweifel der Standard fürs Porträt.
- 85mm – komprimiert, vorteilhaftes Porträtobjektiv. Der Standard für Headshots mit geringer Schärfentiefe.
- 135mm – stark komprimierter Hintergrund, viel Bokeh. Wunderschön für enge Porträts.
Paar das mit einer Blende: 85mm, f/1.8 für geringe Schärfentiefe; 35mm, f/8 für scharfe Umgebungsaufnahmen.
Format, Objektiv und Framing aufeinander abstimmen
Diese drei Entscheidungen greifen ineinander. Eine „full-body shot at 85mm" will Portrait oder Tall – im Breitbild ist horizontal kein Platz für eine ganze Person, ohne dass das Modell schummelt. Eine „wide establishing shot of a street" will Wide oder Landscape – sie in 1:1 zu pressen zwingt das Modell, die Geschichte zu beschneiden.
Eine grobe Zuordnung:
| Du willst… | Format | Objektiv | Framing-Wort | |---|---|---|---| | Enges Porträt | Square oder Tall | 85mm oder 135mm | close-up / bust | | Figur in Bewegung | Portrait oder Tall | 35mm oder 50mm | half-body oder three-quarter | | Action / Sport / zwei Personen | Landscape oder Wide | 35mm | wide oder three-quarter | | Umgebung mit Motiv | Wide | 24mm oder 35mm | wide / establishing | | Handy-Hintergrund | Tall | 50mm | half-body |
Batch size ist ein Kompositionswerkzeug
Setz die Batch size im Panel Resolution auf 2 oder 3, wenn du Kompositionen erkundest. Bei Batch 1 weißt du nie, ob du eine „durchschnittliche" Komposition oder einen Ausreißer bekommen hast. Bei Batch 3 siehst du die Bandbreite des Modells für diesen Prompt – nimm den am besten gerahmten Render und sperr seinen Seed fürs Verfeinern.
Sobald die Komposition sitzt, geh zurück auf Batch 1, um Charms zu sparen, während du an Prompt und Post-Processing feilst.
Als Nächstes: Wenn du einen Render hast, der dir gefällt – wie wird er besser, ohne von vorn anzufangen? → Verfeinerung.