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Katalog entdeckenMidjourney hat Co-Star übernommen, die personalisierte Astrologie- und Tageshoroskop-App – und markiert damit die bislang unerwartetste Expansion des KI-Bildgenerierungsunternehmens, die echte Fragen darüber aufwirft, wohin sich die Plattform tatsächlich entwickelt.
Midjourney gab die Übernahme am Donnerstag bekannt, wie The Verge berichtete, wobei Bloomberg die Neuigkeit zuerst meldete. Co-Star ist eine kostenlose iOS- und Android-App, die mithilfe von NASA-Daten und – neuerdings – KI personalisierte Horoskope erstellt und es Nutzern ermöglicht, tägliche Vorhersagen abzurufen und die astrologische Kompatibilität mit Freunden zu vergleichen. Seit dem Launch im Jahr 2017 hat die App Dutzende Millionen Downloads verzeichnet und ein treues, überwiegend junges und weibliches Publikum aufgebaut.
Für ein Unternehmen, dessen Kernprodukt KI-Bildgenerierung ist, wirkt der Schritt auf den ersten Blick befremdlich. Doch Midjourney hat schon seit einer Weile breitere Ambitionen signalisiert. Das Unternehmen hat sich in die KI-Videogenerierung vorgewagt und zuletzt in die Erzeugung vollständiger Ultraschall-Ganzkörperscans – eine medizinische Bildgebungsanwendung, die mit Fantasy-Kunst oder fotorealistischen Porträts kaum offensichtliche Überschneidungen aufweist. Co-Star ist der jüngste Datenpunkt in einem Muster: Midjourney gibt sich nicht damit zufrieden, ein Bildwerkzeug zu sein.
Die strategische Logik, auch wenn sie öffentlich nicht ausformuliert wurde, dürfte sich auf zwei Dinge reduzieren lassen: Nutzerdaten und Consumer-Reichweite. Co-Stars Nutzer teilen detaillierte persönliche Informationen – Geburtsdaten, -zeiten, -orte und Beziehungsnetzwerke – und interagieren täglich mit der App. Genau dieses Muster aus hoher Nutzungsfrequenz und hoher Intimität ist die Grundlage, auf der KI-Companion- und Personalisierungsprodukte aufgebaut werden. Midjourney hingegen zieht tendenziell Kreative an, die sich einloggen, Bilder generieren und wieder gehen.
Das Publikum von Co-Star in Midjourneys Orbit zu bringen, könnte dem Unternehmen ermöglichen, KI-gestützte Personalisierung in einem Maßstab zu erproben, den es über seine Bildplattform allein schlicht nicht erreicht. Ob das astrologiethematische Bildgenerierung, in Co-Star eingebettete KI-Companion-Funktionen oder etwas ganz anderes bedeutet, wurde nicht bekannt gegeben.
Für Kreative, die derzeit Midjourneys Bild- und Videogenerierungstools nutzen, lautet die kurzfristige Antwort wahrscheinlich: Vorerst ändert sich nichts. Midjourneys Kerngenerierungsfähigkeiten dürften durch die Übernahme einer Lifestyle-App kaum beeinträchtigt werden. Die Akquisition unterstreicht jedoch, dass Midjourneys langfristige Produkt-Roadmap tatsächlich schwer vorhersehbar ist – das Unternehmen ist offensichtlich bereit, in Bereiche vorzustoßen, die keine offensichtliche Verbindung zu seiner aktuellen Nutzerbasis haben.
Midjourney ist in Privatbesitz und hat nie externes Kapital aufgenommen, was CEO David Holz ungewöhnlich viel Spielraum für Übernahmen gibt, die keine institutionellen Investoren mit Hunger nach einer klaren Narrative befriedigen müssen. Diese Unabhängigkeit hat bereits ein Produktportfolio hervorgebracht, das fotorealistische Bildgenerierung, kinematografisches Video und medizinische Bildgebung umfasst – und nun Astrologie.
Das Muster ähnelt weniger einem fokussierten KI-Kunstunternehmen als vielmehr dem Versuch, eine diversifizierte KI-Consumer-Plattform aufzubauen, bei der Midjourneys Bild-Engine das bekannteste Element ist – aber nicht das einzige. Ob diese Strategie etwas Kohärentes hervorbringt – oder das verwässert, was Midjourney für Kreative ursprünglich so überzeugend gemacht hat – ist die eigentliche Frage, die der Co-Star-Deal auf den Tisch legt.
Finanzielle Konditionen der Übernahme wurden nicht bekannt gegeben. Co-Star soll zumindest vorerst als eigenständige App weiter betrieben werden.