Quellen
- TechCrunch AI
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Midjourney versucht, drei Hollywood-Studios im Rahmen eines laufenden Urheberrechtsstreits zur Offenlegung ihrer eigenen internen KI-Nutzung zu zwingen — ein juristisches Manöver, das neu definieren könnte, wer eigentlich die Grenze ziehen darf, was KI-generierte Inhalte schutzwürdig macht.
Die Studios haben Klage gegen Midjourney erhoben mit der Behauptung, die Bildgenerierungsplattform habe urheberrechtlich geschütztes Material ohne Genehmigung für das Training verwendet oder reproduziert. Das ist die übliche Argumentation in einer wachsenden Welle von KI-Urheberrechtsfällen. Was Midjourney anders macht, ist, die Linse umzudrehen: Wenn die Studios selbst KI-Tools einsetzen — für visuelle Effekte, Drehbuchentwicklung, Previsualisierung oder anderes — wird diese interne Nutzung rechtlich relevant.
Das Argument lautet, grob gesagt, auf Widerspruchsfreiheit. Studios können nicht glaubwürdig behaupten, dass KI-generierte Werke einzigartig schädlich oder rechtsverletzend sind, während sie gleichzeitig intern KI einsetzen, um Kosten zu senken und die Produktion zu beschleunigen. Midjourneys Rechtsteam scheint ein Protokoll aufzubauen, das entweder Heuchelei aufdeckt oder die Studios zwingt, eine prinzipielle Unterscheidung zwischen ihrer eigenen KI-Nutzung und der der Plattform zu formulieren.
Für KI-Kunstschaffende reichen die Implikationen tiefer als die Gerichtssaalstrategie. Die zentrale Frage in den meisten KI-Urheberrechtsklagen ist, ob das Training mit urheberrechtlich geschützten Bildern eine Rechtsverletzung darstellt. Gerichte haben das noch nicht geklärt. Aber eine parallele Frage — ob die Ausgaben von KI-Modellen bestimmte Werke verletzen — ist ebenso ungeklärt, und die eigenen KI-Praktiken der Studios sind unmittelbar damit verbunden.
Wenn ein Studio ein KI-Bildwerkzeug verwendet, um Konzeptkunst, Storyboards oder Marketingmaterialien zu erstellen, akzeptiert es implizit, dass KI-generierte Bilder kreativen und kommerziellen Wert haben. Diese Akzeptanz lässt sich nur schwer mit einer Rechtsposition vereinbaren, die KI-generierte Bilder als bloße derivative Reproduktionen von Trainingsdaten betrachtet. Midjourneys Offenlegungsantrag ist darauf ausgelegt, genau diese Spannung ans Licht zu bringen.
Für die Menschen, die täglich Bilder generieren, ist der Fall bedeutsam, weil er beeinflussen wird, welche Schutzrechte — oder Haftungsrisiken — an KI-generierte Werke geknüpft sind. Ein Urteil, das Midjourneys Argumentation folgt, würde das Argument stärken, dass KI-generierte Bilder legitime kreative Ergebnisse sind und keine mechanischen Reproduktionen. Ein gegenteiliges Urteil könnte Plattformen dazu zwingen, Trainingsdaten einzuschränken, Modellfähigkeiten zu begrenzen oder rechtliche Risiken auf die Nutzer abzuwälzen.
Über den Offenlegungsantrag wurde noch nicht entschieden, und die übergeordnete Klage befindet sich noch in einem frühen Stadium. Gerichte sind bei der Behandlung von KI-Urheberrechtsfällen langsam und uneinheitlich vorgegangen — einige haben Klagen auf Basis von Trainingsdaten zugelassen, andere wurden bereits in der Klagephase abgewiesen. Midjourneys Gegenzug ist aggressiv, aber nicht garantiert erfolgreich; Richter können Offenlegungsanträge einschränken, die sie für unverhältnismäßig oder irrelevant halten.
Die Studios haben auf die spezifische Offenlegungsforderung nicht öffentlich reagiert, und es ist noch nicht klar, welche drei Studios in der Klage genannt werden — TechCrunch berichtete über die Entwicklung, ohne sie namentlich zu nennen.
Klar ist, dass das rechtliche Terrain rund um KI-generierte Bilder in Echtzeit, Fall für Fall, gestaltet wird. Das Ergebnis hier wird nicht nur Midjourneys Geschäft betreffen — es wird die Bedingungen prägen, unter denen jede KI-Kunstplattform operiert, und ob die Bilder, die Kreative heute generieren, morgen noch irgendeine rechtliche Grundlage haben.